Ostern 2019

Ostern - stärker als der Tod

Sonne über einer Frühlingswiese

Hoffnung auf eine Auferstehung nach dem Tod und in diesem Leben - davon sprach der Landesbischof in seiner Osterpredigt.

Bild: ELKB

Die Gottesdienste am Ostersonntag wurden überschattet von den Bombenanschlägen in Sri Lanka. Die Kraft der Osterbotschaft werde das nicht zerstören, schrieb der Landesbischof in einer ersten Reaktion.

Er denke an die Toten und Verletzten, an die Menschen in Sri Lanka, die um Verstorbene weinten, wie Maria am Grab Jesu, so Heinrich Bedford-Strohm. "Die Kraft von Ostern wird das nicht zerstören." Wer die Auferstehung Jesu Christi feiere, wisse um die Abgründe des Leidens. "Ostern geht durch den Karfreitag hindurch. Auch die schlimmste Gewalt wird uns nicht dazu bringen, vor dem Hass zu kapitulieren." Gerade jetzt gelte: "Christus ist auferstanden und nimmt alle Opfer von Hass und Gewalt mit ins neue Leben."

In seiner Osterpredigt in München St. Matthäus sprach der Landesbischof über die Erscheinung des Auferstandenen vor Maria Magdalena. Diese Erzählung sei "prallvoll" mit Lebenserfahrung. Wie Maria brächten auch an diesem Ostermorgen viele ihre Tränen an das Grab. Maria hätte einen langen Weg gebraucht, um wirklich zu verstehen, dass der Auferstandene neben ihr stand. "Maria wendet sich um", schreibe Johannes mehrmals. "Und ich frage mich: Welchen Weg müssen wir gehen, wie oft müssen wir uns umwenden, um zu verstehen, um ganz und gar zu begreifen, dass er ganz in unserer Nähe steht, dass er wahrhaft auferstanden ist?"

Zitat

Lasst uns unsere Herzen und Sinne öffnen für den auferstandenen Herrn und sehen, wo wir Liebe empfangen und er uns darin begegnet. In dem Menschen, der uns Trost gibt, wenn wir traurig sind, in der Umarmung, die wir genau in dem Moment bekommen, in dem wir sie brauchen können. In der Erfahrung, dass wir in der Dunkelheit plötzlich Licht sehen. Und in dem tiefen Gefühl, dass er da ist, wenn auch nur zwei oder drei in seinem Namen zusammen sind.

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seiner Osterpredigt

"Christus ist da, wo wir Liebe empfangen", so der Landesbischof weiter. "Und er ist da, wo wir Liebe weitergeben, indem wir einen Kranken besuchen, indem wir Solidarität mit den Schwachen üben, indem wir einem Fremden freundlich begegnen, indem wir versuchen, Frieden zu stiften und unseren Nächsten zu lieben."

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Auferstehungserfahrungen, so der Landesbischof, lebten nicht aus der historischen Beweisbarkeit, sondern aus dem Vertrauen in Gottes Möglichkeiten, die auch im Tod keine Grenze fänden. Auch wenn Jesus nicht mehr in Fleisch und Blut erfahrbar sei, so gelte gerade heute die Verheißung: "Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Christen sollten nicht auf die Gräber verlorener Möglichkeiten starren, sondern den Horizont sehen, den Gott für sie eröffne. Christus rufe ihnen zu: "Feiert das Leben, das Gott Euch geschenkt hat! Feiert den Sieg des Lebens, in das ich aus dem Dunkel des Todes kommend, euch vorausgegangen bin!“


21.04.2019 / ELKB