Einführung des Landesbischofs

Ein strahlender Landesbischof

Bedford-Strohm und Gläubige

Als der neue Landesbischof die Kirche veräßt, begrüßt ihn erst zaghafter, dann begeisterter Applaus der draußen Wartenden.

Bild: ELKB

Mit einem lebendigen Gottesdienst, einem fröhlichen Fest, ermunternden Grußworten und Applaus ist der neue Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm von der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern begrüßt worden.

1.200 Christinnen und Christen aus zahlreichen Ländern der Welt waren bei der Amtseinführung des Bischofs in der Lorenzkirche anwesend, ein Vielfaches an Gläubigen verfolgte den Gottesdienst vor der Leinwand auf dem Lorenzer Platz oder bei der Live-Übertragung im Bayerischen Fernsehen.

Applaus für den Neuen

Knapp zwei Stunden nach Gottesdienstbeginn öffnet sich das Hauptportal der Nürnberger St.-Lorenzkirche für den langen Zug an Bischöfen und kirchlichen Würdenträgern, die Heinrich Bedford-Strohm aus der Kirche geleiten. Als dieser die Schwelle überschreitet, begrüßt ihn erst zaghafter, dann begeisterter Applaus der draußen Wartenden.

Der neue Bischof strahlt. So, wie er schon im Gottesdienst strahlend die Einführungsansprache des stellvertretenden Leitenden Bischofs der VELKD, Gerhard Ulrich (Schleswig) und Segenswünsche von Ministerpräsident Horst Seehofer, Bischof Reinhard Kardinal Marx und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, entgegengenommen hat. So, wie er strahlend auf dem Lorenzer Platz stand und den draußen mitfeiernden Christen das Abendmahl austeilte – ein passendes Bild für einen Bischof, der sich nicht in die Abgeschlossenheit kirchlicher Räume zurückzieht, sondern das, was ihn bewegt und die Menschen unbedingt angeht, auf die Straßen und Plätze tragen möchte.

Hochkarätige Musik

Heinrich Bedford-Strohm strahlt Freude aus in diesem musikalisch hochkarätig gestalteten Gottesdienst. Ob der Windsbacher Knabenchor und der Bachchor St. Lorenz mit Werken von César Franck, Johannes Brahms und Jacobus Gallus, ob Gospel-Legende Roberta Kelly oder das Ansbacher Vokalensemble Viva Voce – hier zeigt sich evangelische Kirchenmusik von ihrer besten Seite.

Auch bei seiner Predigt über die Austreibung unreiner Geister sieht man dem Bischof die Freude an der Verkündigung an. „Ja, ich bin heute am Tage meiner Einführung als Landesbischof ein glücklicher Mensch“, sagt Bedford-Strohm und man glaubt es ihm. “Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als die Botschaft überall im Land verkündigen zu dürfen.“ Hören Sie hier die Einführungspredigt.

Segensworte für Heinrich Bedford-Strohm

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und Heinrich Beford-Strohm

Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler beglückwünscht den neuen Landesbischof Heinrich Beford-Strohm zur Wahl.

Bild: ELKB

Viele Mut machende Worte werden Bedford-Strohm an diesem Morgen mit auf den Weg gegeben: Die ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, verliest die Ernennungsurkunde: „Gott segne seinen Dienst reichlich zum Bau seines Reiches, zur Sammlung seiner Gemeinde und in allem zur Ehre seines Namens.“ Sieben Assistentinnen und Assistenten – unter ihnen der Amtsvorgänger Dr. Johannes Friedrich und der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Wolfgang Huber, ein Freund und Wegbegleiter des neuen Landesbischofs, legen die Hände auf Bedford-Strohm und segnen ihn mit Worten aus der Bibel, bevor der einführende Bischof Gerhard Ulrich ihm sein Amtskreuz umlegt und die bayerischen Protestanten ermahnt: “Achtet den Dienst eures Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm. Steht ihm bei. Betet für ihn. Bedenkt, dass wir alle zu Zeugnis und Dienst in der Welt berufen sind.“

Auch Ehefrau Deborah und die drei Söhne Jonas, Lennert und Nathan werden bedacht. Nürnbergs Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern bittet um den Segen für die „neue Etappe auf Ihrem Weg als Familie“.

Fest der Protestanten

Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und Gläubige

Die Schlange der Gratulanten ist lang.

Bild: ELKB

Nach 120 Minuten, die nicht wie zwei Stunden erscheinen, nach lautem Gesang und gelegentlichem, etwas verhaltenem Applaus für Musik und Prediger, geht das Fest der Protestanten vor der Lorenzer Kirche weiter. Bei Freibier und Bratwürsten besteht die Gelegenheit, den Bischof persönlich zu beglückwünschen. Und die Schlange der Gratulanten ist lang. Dazwischen der Bischof, der sich hier mit der Evangelischen Jugend fotografieren lässt, dort Hände schüttelt und sichtbar bester Laune ist. Und immer wieder Umarmungen: Bekannte aus Bamberg, Synodale, Bischofskollegen und Freunde aus Südafrika – alle freuen sich mit Heinrich Bedford-Strohm.

Herzliche Grußworte

Das ging auch beim anschließenden Empfang der Landeskirche weiter. In kurzen Grußworten hießen zahlreiche Vertreter aus Kirche und Gesellschaft den Landesbischof willkommen.

Landtagspräsidentin Barbara Stamm forderte Politik und Kirche dazu auf, „die Fragen der Zeit aufzugreifen und nach Lösungen zu suchen“. Es sei eine wichtige Aufgabe, zahlreiche Menschen, die sich enttäuscht von Institutionen abgewendet hätten, wieder einzubinden. „Eine Gesellschaft ohne Gemeinschaft ist getrieben vom Egoismus. Sie bedeutet Vereinsamung in der Masse“, so Stamm. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer und Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly empfingen den neuen Bischof mit herzlichen Worten.

Ökumene braucht Aufmerksamkeit

„Ökumene ist mehr als zwei“, erinnerte der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx, und hieß Bedford-Strohm im Namen aller Mitgliedskirchen des Arbeitskreises christlicher Kirchen (ACK) willkommen. Ökumene sei kein Selbstläufer, so der Kardinal. „Sie braucht unsere Aufmerksamkeit, unsere Lernbereitschaft und unser persönliches Engagement.“

„Grußtat“ statt Grußwort

EKD Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider begrüßte Bedford-Strohm

Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider begrüßte Bedford-Strohm im Namen der EKD

Bild: ELKB

Chandran Paul Martin, Stellvertretender Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), überbrachte Grüße des LWB, und Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider begrüßte Bedford-Strohm im Namen der EKD. Die „Predigt auf den Dächern“ sei wie eine Überschrift über dem Wirken des neuen Landesbischofs, dem ja die„öffentliche Theologie“ ein besonderes Anliegen sei. Eine „Grußtat“ brachte Diakonie-Präsident Michael Bammessel mit: Er reichte Heinrich Bedford-Strohm einen Becher mit Wasser – Sinnbild für den elementarsten Dienst der Nächstenliebe.

Es komme einiges auf den neuen Landesbischof zu, erklärte Synodalpräsidentin Dr. Dorothea Deneke-Stoll und nannte als innerkirchliche Themen, mit denen sich die Landeskirche in den kommenden Jahren zu beschäftigen hätte, das neue Pfarrerdienstrecht, eine etwaige Regelung für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, die Bestimmungen zu Berufung und Beauftragung zur öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung und die Verfassungsdiskussion hinsichtlich des Verhältnisses zum Judentum. Da die Landeskirche aber „gut aufgestellt“ sei, blicke sie zuversichtlich auf den gemeinsamen Weg.

Bildergalerie

Viele besondere Augenblicke hielt er bereit, der festliche Gottesdienst, mit dem der neue Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm am Sonntag, 30. Oktober 2011, in der Nürnberger St. Lorenzkirche feierlich in sein neues Amt eingeführt worden ist. Viele Fotos haben wir gesammelt, viele berührende, eindrucksvolle Momente mit ihnen festgehalten, um die außergewöhnliche Atmosphäre dieses feierlichen Ereignisses für Sie einzufangen und widerzuspiegeln.

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