Im Zentrum der Frühjahrstagung in Lindau stand das Schwerpunktthema „Christus ist unser Friede“.Ein Film von Axel Mölkner-Ka

Bericht vor der Landessynode

Den Frieden bezeugen

„Christus ist unser Friede“ – das Thema der Frühjahrstagung der Landessynode in Lindau griff auch Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm in seinem traditionellen Bericht vor den Synodalen auf.

Innerer Friede habe auch klare äußere Konsequenzen für das Handeln in der Welt, so Heinrich Bedford-Strohm. In der Tagung solle es darum gehen, „den Frieden in seiner inneren und äußeren, in seiner geistlichen und weltlichen Dimension“ zu bezeugen.

Unfrieden in Kirche und Welt

Freilich gebe es auch in der evangelischen Kirche Erfahrungen des Unfriedens. So nannte der Landesbischof die Erfahrung von sexualisierter Gewalt. „Für uns als evangelische Kirche gilt: Jeder Missbrauch in unserem Einflussbereich schlägt dem ins Gesicht, wofür wir als Kirche stehen: Die Botschaft von Gottes Liebe für alle Menschen als seine kostbaren Geschöpfe.“ Die Landeskirche könne dem nur mit konsequenter Aufklärung, Beistand für die Opfer und Aufarbeitung der Vergangenheit begegnen.

Anschließend nannte der Landesbischof weltweite Erfahrungen des Unfriedens wie die Kündigung des INF-Vertrages durch die Vereinigten Staaten („Wir dürfen nicht zulassen, dass es nun zu einem neuen atomaren Wettrüsten kommt. Als Kirchen sagen wir dazu ein klares Nein!“) und den Terrorakt in Neuseeland. Bei allem Entsetzen hätten die Menschen klare Zeichen gesetzt. „Wir stehen an der Seite von Musliminnen und Muslime, die Opfer von Hass und Vorurteilen sind, und wir werden gemeinsam mit ihnen und mit allen Menschen guten Willens für eine Gesellschaft eintreten, in der die Menschenwürde im Zentrum steht und in der alle ihre Religion frei und ohne Angst leben können.“

Sehr positiv äußerte sich der Heinrich Bedford-Strohm zu dem landeskirchlichen Reformprozess „Profil und Konzentration. „Vermutlich hat noch nie ein Zukunftsprozess so intensiv die Stimmen und Erfahrungen vor Ort aufgenommen wie dieser. "Es wird in unserer Kirche wieder leidenschaftlich diskutiert über unseren Auftrag als Christen in dieser Welt. Und genau diese Leidenschaft brauchen wir, darin steckt Energie, und das hat uns als Kirche bereits verändert.“ Weitere Themen waren die landeskirchliche Versorgungssituation und das Miteinander der Berufsgruppen.

Schritte für einen Weg zum Frieden

Nach Ausführungen über friedensethische Urteilsbildung skizzierte Heinrich Bedford–Strohm fünf Schritte für einem Weg zum gerechten Frieden:

  • Vorrang der Prävention (Früherkennung von Konflikten und die Unterstützung diplomatischer Aktivitäten).
  • Weiterentwicklung der UNO-Mechanismen zum Schutz vor Völkermord und brutaler Gewalt.
  • Den Umgang mit Geld den friedensethischen Einsichten anpassen. („Dass Deutschland noch immer weltweit viertgrößter Waffenexporteur ist, ist keine Erfolgsmeldung, sondern ein moralisches Armutszeugnis.")
  • Weltweites Engagement in der Zivilgesellschaft
  • Gebet für den Frieden

Der Landesbischof berichtete über seinen Aufenthalt in der Partnerkirche in Papua-Neuguinea, rief zu klimagerechtem Verhalten auf und beendete seinen Bericht mit dem Ruf zu einem engagierten Miteinander in Europa: „In einem Europa, in dem die Spaltungstendenzen sich verstärkt haben, wollen wir als Kirchen dafür einstehen, dass der Weg der Versöhnung weitergegangen wird. In einem Europa, in dem Bewegungen sich auszubreiten drohen, die Hassbotschaften aussenden, wollen wir die Liebe starkmachen und selbst ausstrahlen. In einem Europa, in dem Arm und Reich immer mehr auseinanderfallen, wollen wir für Gerechtigkeit streiten und Anwälte der Schwachen sein.“

28.03.2019
ELKB

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